Journalismus als Erfahrung

Würdig begangen werden auch die weniger erfreulichen Jubiläen. So auch der 10. Todestag unseres geschätzten Professors Hannes Haas, der uns beiden über die Diplomprüfungen hinaus, ein wertvoller Gesprächspartner war. Wir folgten also der Einladung des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft ins APA-Pressezentrum zur Podiumsdiskussion zum Thema „Journalismus als Erfahrung. Wie sich die Erkundung gesellschaftlicher Wirklichkeit verändert.“ Moderator Sebastian Loudon vom Datum und Vorstandmitglied der Initiative für Qualität im Journalismus diskutierte mit dem Präsidenten des Presseclubs Concordia Andreas Koller von den Salzburger Nachrichten, Christina Pausackl von der Zeit, Anna Wallner von der Presse und Armin Wolf von der ZIB 2. Es lagen uns manche Anmerkungen aus der PR-Praxis auf der Zunge. Zur wichtigen Funktion des Gatekeepers zum Beispiel. Wo wohl eingebracht hätte werden müssen, dass Glaubwürdigkeit und Qualität unter anderem auch deshalb leiden, weil die Anzeigenabteilungen vielfach die Regie der Berichterstattung übernommen haben. Oder zum Dilemma, wer für Information noch bezahlen will. Zu komplex ist der Medienkonsum der heutigen Rezipient*innen oft. Informationen werden eben nicht mehr aus nur einer abonnierten Tageszeitung bezogen. Beim täglichen Wischen durch die Medienwelt muss es eine einfachere Lösung geben, als ein paar Euros für den Artikel hier und den Beitrag dort einzeln abzurechnen. Aber wir waren zu berührt über den Aufmarsch der Giganten: Wolfgang R. Langenbucher, Maximilian Gottschlich, Wolfgang Duchkowitsch und Roland Burkart saßen rüstig und rührig wie eh und je in der ersten Reihe, gefolgt von allen anderen Größen des Instituts und der Familie unseres Professors Haas. Da mussten wir einmal nicht alles besser wissen und tapsten leise wieder zurück in unseren Stall.

Mehr Information zur Veranstaltung https://publizistik.univie.ac.at/aktuelles/
Foto © Julia Wippersberg

Von | 2024-05-07T11:09:50+00:00 7. Mai 2024|Tags: |