Klimavolksbegehren: Aktiv werden für unser Klima!

Es ist zweifellos eines der bekanntesten Beispiele für die positiven Auswirkungen von Corona: Delfine statt Kreuzfahrtschiffe in Venedigs Hafen. Diese Auswirkung ist wie viele andere aber trügerisch, weil kurzzeitig und erzwungen. Der Blick auf den Altpapiercontainer verdeutlicht: Es wird viel über den Klimaschutz geredet, aber niemand ist bereit ihren oder seinen dekadenten Lebensstil zu ändern. Ja dekadent! Trotz unüberhörbarer, weil unzähliger Aufrufe regional einzukaufen, türmen sich die Schachteln von Amazon und Zalando im Container, natürlich nicht flachgedrückt. Wer repariert noch Zip-Verschlüsse oder stopft Socken, reist und wohnt klimaneutral, verwendet sein Mobiltelefon bis zum bitteren Ende, achtet auf den Wasser- und Stromverbrauch, kauft teurer, aber bio und überlegt, damit das Zuviel an Lebensmitteln nicht im Müll landet? Mülltrennung und der Verzicht auf Plastiksackerl und Strohalme sind lächerlich, angesichts der riesigen Berge an Elektroschrott, hochgiftigem Dämmmaterial und Kleidung. Kampagnen wie „Ein T-Shirt zu kaufen ist billiger als es zu waschen“ beschreiben nur allzu gut den erschreckenden Zustand unserer Gesellschaft. Wir haben alle Dreck am Stecken. Wir schauen Dokus über Glyphosat, Anti-Schimmelmittel auf Himbeeren aus Spanien, Pilze getarnt als Erdbeeren im Jogurt, prekäre Zustände in der Bekleidungsindustrie inklusive hochgiftiger Chemikalien, die nicht nur auf unserer Haut, sondern über die Waschmaschine in unserem Wasser und als Dünger auf unseren Feldern landen und wir vergessen es gleich wieder, weil es zu bizarr scheint, um wahr zu sein. Es braucht strukturelle Veränderungen wie Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb gestern Abend in der ZIB 2 anschaulich konstatierte. Und weil wir schlichtweg zu faul sind unser Verhalten zu ändern, bietet sich jetzt eine sehr einfache Möglichkeit: Heute startet die finale Eintragungswoche des Klimavolksbegehrens. Viele Unterschriften machen dieses Volksbegehren zu einem großen Erfolg und erhöhen den Druck auf Entscheidungsträger*innen. Weil es ein Erfolg werden muss. Weil das Recht auf Klimaschutz in unserer Gesellschaft offenbar in der Verfassung verankert werden muss. Weil es Gesetze geben muss, die uns alle zu mehr Achtsamkeit und Veränderung zwingen.
Und falls der Nachrichtenfaktor Prominenzierung überzeugt: Eine Vielzahl österreichischer Promis – von den Science Busters über die Schriftstellerin Friederike Mayröcker und die Schauspielerin Adele Neuhauser bis hin zur Doppelolympiasiegerin Michi Dorfmeister – haben bereits unterschrieben und sprechen sich für eine nachhaltige Zukunft aus.
Alle Infos und Videobotschaften der VIPs auf klimavolksbegehren.at

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Von | 2020-06-30T10:43:47+00:00 22. Juni 2020|Tags: |