Wir l(i)eben den Sport

Als familiär vorbelastete fußballverrückte Kommunikationswissenschaftlerin war ich leider nur vor dem Fernseher dabei statt mittendrin im Wanda Metropolitano Stadion in Madrid als sich der FC Liverpool gestern Abend mit dem 2:0 gegen Tottenham die begehrte Champions-League-Trophäe sicherte. Es war das veredelte Trostpflaster, nachdem in der abgelaufenen Premier-League-Saison ein Punkt auf Manchester City zum Meistertitel fehlte. Und es war ein wenig ansehnliches Finale. Die Gazzetta dello Sport in Italien berichtete dennoch vom „Liverboom“, die Tageszeitung Liverpool Echo „vom Anfang einer goldenen Ära“.
Jürgen Klopp ist der Mann ohne dem das alles wohl unmöglich gewesen wäre. Für den deutschen Trainer ist es bislang der größte Erfolg seiner Karriere. Und eine Genugtuung. Sechs große Endspiele hatte er zuvor verloren. „Let`s talk about six , baby!“, sang Klopp in Abwandlung des 90er-Jahre-Hits der Band Salt´n´Pepa nach dem Sieg – wohl nicht für seine sechs vorangegangenen Niederlagen, sondern vielmehr für die sechs bereits eingefahrenen Siege Liverpools in der Königsklasse. Auf Englisch (nach einer Präposition wie „auf“ oder „mit“ liegt eine Substantivierung vor, die Sprache wird deshalb großgeschrieben – ich hab`s gegoogelt) mit kaum deutschem Akzent (Sprachen als Adjektive werden immer kleingeschrieben). By the way: Mr. Klopp singt nicht nur, er spricht auch sehr gut Englisch (nach dem Substantiv gefragt), gerne auch englisch (als Antwort auf die Frage „Wie spricht Klopp?“). Wir gratulieren herzlichst auf Österreichisch: Ois Guade!
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Von | 2019-06-27T21:44:34+00:00 2. Juni 2019|