Mit Abstand am kniffligsten: Werbung in der Krise?

Das Ergebnis der Befragung des Marketing Clubs Österreich Mitte März zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Marketing-Agenden spricht eine deutliche Sprache. Kurzfristige Maßnahmen wurden gestoppt.
Tatsächlich bittet beispielsweise die Redaktion der „Stadtspionin“, die kreativ reagierte und im Veranstaltungs-Newsletter nunmehr ausschließlich über digitale Angebote wie Online-Vernissagen, Couch-Cabaret und Maskennäh-Videotutorials informiert, jetzt um finanzielle Unterstützung. Beinahe alle Anzeigen wurden storniert. Die Menschen bewegen derzeit andere Themen, sie plagen derzeit Sorgen.
Dennoch bleiben die Reichweiten und Klickraten vieler Unternehmen annähernd konstant. Die User*innen sind nach wie vor an Content interessiert – auch bei Unternehmen ohne Online-Vertriebskanälen. Nach dem ersten Schock und der Reaktion auf neue Tages- und Arbeitsstrukturen und auch Anforderungen heißt es also nicht in einer Schockstarre zu verharren, sondern den Tag 1 nach der Krise vorzubereiten. Langfristige Projekte können jetzt sorgfältiger als sonst geplant werden. Um im Gedächtnis präsent zu bleiben und nach der Krise gut aufgestellt zu sein, dominieren nun Informations- statt Verkaufskampagnen, Werbebotschaften können für Imagebildung genutzt und die zentralen Firmenwerte kommuniziert werden. Das stärkt das Vertrauen und den Zusammenhalt.
Generell gilt es (nach wie vor) sensibel zu kommunizieren. Nur ein Teil von uns hat mehr Zeit für und Bedarf an Information. Andere wissen immer noch nicht wie es weitergehen soll. Und wiederum andere sind froh, nach einem langen Arbeitstag (den PC) endlich abzuschalten und die Informationsflut für einige Stunden zu unterbrechen. Die Werbetrommel in Krisenzeiten zu rühren, ist mit Abstand am kniffligsten. Wir empfehlen daher: behutsam rühren, emotional berühren.

Foto © Marketing Club Österreich

Von | 2020-04-26T18:41:11+00:00 3. April 2020|Tags: |