Aktives Sitzen?

Die Formulierung „Aktiv sitzen“ ähnelt der „Hassliebe“ oder „bittersüß“, klingt ein bisschen schräg und schreit deshalb förmlich nach einem Blogbeitrag. Ich sitze seit wenigen Tagen im Büro auf einem Swopper, der mit ersterem wirbt. Und wir bleiben natürlich beim Thema, obgleich es auch für Ellipsen wie „ersterem“ zweifellos Erläuterungsbedarf gäbe.
Seit gestern plagt mich ein Muskelkater im Rücken, den ich bislang nur in Bauch, Bein und Po ertragen musste. Meine logische Schlussfolgerung: Aktives Sitzen gibt`s tatsächlich. Auf oben genanntem, ergonomischen Hocker. Und als Stilmittel der Sprache, wofür wir Kommunikationswissenschaftler*innen quasi einen Aufklärungsauftrag unterzeichnet haben. Es handelt sich um das sogenannte Oxymoron, eine Formulierung aus zwei gegensätzlichen Begriffen. Wir sprechen also vom Antonym zu Pleonasmus, von dem wiederum wir bestimmt alle aus der Schulzeit den berühmten weißen Schimmel abgespeichert haben. Oder vielleicht auch den runden Kreis. Zum Ausdruck bringen wollen wir mit dem Oxymoron kaum Auszudrückendes. „Alter (Knabe)“ oder „schlaues Volk“ wie Barbara vorschlägt, weil sie sich gegen ersteren Ausdruck nicht nur aus Gender-Gründen vehement wehrt, wie spannend ist unsere Sprache und wie lehrreich doch diese Zeit…

Foto © IPR

Von | 2020-12-01T08:53:45+00:00 1. Dezember 2020|Tags: |