Rangordnung

Es ist Geschmackssache, ob wir skurrile österreichische Chat-Protokolle oder fesselnde, horizonterweiternde Blogbeiträge lesen. Es ist allerdings keine Geschmackssache, wie in diesen Verbindungen Beistriche gesetzt werden. Ob Adjektive durch ein Komma getrennt werden, entscheidet – einmal mehr – die Rangordnung. Handelt es sich um sogenannte „gleichrangige“, die noch dazu aufzählenden Charakter haben, dann ist ein Komma obligatorisch. Liegt eine „feste Verbindung“ von Adjektiv und Substantiv vor, die durch ein weiteres Attribut näher bestimmt wird, darf kein Beistrich gesetzt werden. Wir nippen also hochprozentigen mexikanischen Tequila, aber kippen leichten, süffigen Radler – wenn auch beides mit Zitronenspalte und natürlich nur für die Veranschaulichung linguistischer Spielregeln. Alles Roger? Dann darf noch ergänzt werden, dass – laut Duden – vor allem vier Adjektiv-Gruppen quasi miteinander verschmolzen sind. Dabei sind solche gemeint, die Farben beschreiben (ein CD-konformes oranges Quadrat), Materialien bezeichnen (ein 4C-farbig bedruckter cellophanierter Folder), Herkunft benennen (ein bekannter österreichischer Journalist) und Zugehörigkeit ausdrücken (eine wichtige amtliche Mitteilung). Nicht mehr alles Roger? Dann sei abschließend die Faustregel konstatiert: Findet das Wörtchen (von Diminutiven lesen Interessierte demnächst auf Kommentarlos) „und“ zwischen den Adjektiven Platz, wird zumeist ein Komma gesetzt.

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Von | 2022-11-15T07:45:04+00:00 15. November 2022|Tags: |