Solidarität jetzt

Seit einer Woche schicken wir den Blogbeitrag zur „Corona-Krise“ von IPR Wien zu IPR Linz und zurück, haben ihn nunmehr zigmal an aktuelle Informationen angepasst, in unserem durchaus sehr divers denkendem Team diskutiert wie viel Humor sein darf, welche Infos für welche Zielgruppen relevant sind und für andere banal klingen und letztendlich alle Versionen gekübelt.
Seit Wochen bestimmt das Corona-Virus die Berichterstattung der Medien und nun auch unser soziales und wirtschaftliches Miteinander.
Für uns sind sie alternativlos, die drastischen Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung von COVID-19. Wir bleiben zu Hause. Aus Respekt vor den vielen Menschen, die jetzt rund um die Uhr alles geben, um unsere (Grund-)Versorgung sicher zu stellen.
Als Kommunikationswissenschaftlerinnen betonen wir in der Krisenkommunikation immer die Chance(n), die uns die Krise bietet. Vielfach berichten Journalistinnen und Journalisten vom deutlich gesunkenen CO2-Ausstoß, gerne publizieren sie die Entschleunigung unserer Gesellschaft. Erstes zweifeln wir nicht an, nicht zuletzt, weil mit Zahlen belegbar. Zweiteres ist noch keine Musik in unseren Ohren. Home Office und Home School unter einen Hut oder passender unter ein Dach zu bringen, entschleunigt nicht. Der ununterbrochen ertönende Vibrationston (nicht Klingelton!) des Handys, weil frau in gefühlt 100 Corona-WhatsApp-Gruppen hinzugefügt wurde und aus Gründen der Solidarität und Information nicht auszutreten vermag, entschleunigt nicht. Die vielen beruflichen und privaten Termine, die (noch) nicht abgesagt, sondern verschoben wurden und von denen frau nicht weiß, wie sie allesamt jemals im Kalender Platz finden werden, entschleunigen nicht.
Es ist aber vor allem die unbändige allgegenwärtige Angst um die eigene (blanke) Existenz. Gesundheitlich. Beruflich. Sie entschleunigt definitiv nicht.
Die Chance heißt Gemeinsinn. Das wahre Gesicht einer Gesellschaft zeigt sich gerade in Krisensituationen. Zeigen wir ein umsichtiges, besonnenes und vor allem achtsames mit Hausverstand gegenüber unseren Mitmenschen und leben wir Solidarität. Wir können miteinander auch auf Abstand zusammenstehen. Dann sei uns auch das Glück hold, das wir brauchen werden, um gegen einen Gegner zu bestehen, bei dem uns (noch) die Erfahrungswerte fehlen.
In diesem Sinne: Bleiben Sie bitte zu Hause, gerne auch #StayAtHome, wenn das eindringlicher die Notwenigkeit verdeutlicht. Damit wir uns die Chance bewahren, in absehbarer Zeit wieder ein normales Leben führen zu dürfen.

Foto © IPR

Von | 2020-04-26T18:42:32+00:00 19. März 2020|Tags: |